Ich habe zwei Blogeinträge zum Thema *Neuer Patch* gefunden, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten:

Living in WoW vertritt die These, dass das Reiten ab 30 nur den Gelegenheitsspielern zugute kommt .

Jaja der neue Patch ist da… und was bringt er? Nur wieder Annehmlichkeiten für die Casual Gamer.

Dagegen tritt Planlos auf Arygos an, bekennender Hardcore-Twinker, mit sehr schönen Betrachungen zum Spannungsverhätnis Raider – Casual, die ich voll unterschreiben kann.

Meine Level 30-Kriegerin, die ich wohlweislich bis zum gestrigen Tag im Gasthaus abgestellt hatte, hat sich sehr über den Brief vom Reitlehrer gefreut und ist sofort nach Brill aufgebrochen um sich ein Skelettpferdchen zu kaufen. Von nun an dürfte das Leveln noch schneller gehen mit ihr. Die drögen, langen Laufwege im Arathihochland und Schlingendorntal sollten nun Geschichte sein.
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Die meistens sind doch sowieso Twinks von mehr oder weniger alteingesessenen Spielern oder eben die berühmt berüchtigten Casuals, die jedem Profispieler aus welchen Gründen auch immer furchtbare Angst einjagen. Fast wird dieses Wort ja schon als Beleidigung empfunden, ebenso wie Newbie bzw. Noob, Boon und wie sie alle heißen. Viele von ihnen werden die Scherbenwelt nie sehen und spielen auch nicht darauf hin. Viele sind Rollenspieler, viele wollen einfach nur mal spaßeshalber eine andere Klasse bis zu einem bestimmten Level spielen.
Auch ich bin einer dieser sogenannten bösen Casuals, die es sich erdreisten, lieber zu twinken als für Raidinis Buff-Food oder Tränke zu farmen/kaufen oder ihren einzigen, seit Jahren gespielten Char mit Full Epixx (sic!) auszustatten. Mehr als 50% der WoW-Spieler sind wahrscheinlich Casuals. Ich nenne mich ja lieber Hardcore-Twinker, das klingt nicht so nach “Ich spiele 3 Stunden pro Woche”.

Fairerweise muß ich sagen, ich kann den Planlos-Thread zu 100% unterschreiben, aber auch andere Meinungen sollte man im Sinne der berühmten These – Antithese – Sythese einbeziehen.

Wenn WotK tatsächlich mit Maggi-Encountern aufwartet, wäre das eine Casualisierung, die niemand, der das Spiel langfristig spielen möchte, mögen kann. Ist aber das Mount mit 30 schon eine erste Vorahnung? Tatsache ist, seit das Schlingendorntal 2 Flugis hat, kann man dort sehr gut zu Fuß unterwegs sein. Ich habe dort in den letzten Tagen gequestet und hatte nicht das Gefühl übermäßig lange Strecken zu Fuß zurücklegen zu müssen, ich hätte es locker auch bis 40 dort ausgehalten.
Aber was ist z.B. mit Desolace? Dort gibt es nur einen Flugpunkt und den zum Überfluß auch noch am Rand. Ich hatte mit Noma auch mit ca. 45 mein erstes Mount und klar ging es. Man hatte mehr oder weniger unfreiwilligen Kontakt mit der Umwelt (die nicht nur aus Sonnenuntergängen besteht).
Dann wird der Preis kritisiert. Nun, es gibt erstaunlich viele komplett neue Chars. Und die kennen nicht die Kniffe, wo man schnell Gold herbekommt; ich kannte sie auch nicht. Ein Stack Deviatfisch (Oasen des Brachlandes oder noch besser in den Höhlen des Wehklagens) bringt 20 Gold. Da ich von Deviatfisch nie etwas gehört hatte, hatte es damals eben länger gedauert. Heute verdienen die Twinks beim Angeln skillen das xfache von dem, was ein Mount kostet.

Ich denke, es geht nicht um das Mount. Es geht um das Aufbäumen der Hardcore-Spieler / Raider, die wissen, dass ihre Zeit abläuft. Natürlich wird es weiter Inhalte für sie geben (gönne ich ihnen auch) nur wird Blizz das Hauptaugenmerk auf die Gelegenheitsspieler legen, welche den Hauptanteil der Spieler ausmachen werden.
Wie es auf Planlos.. so schön heisst:

Aber ich habe noch niemanden sagen hören, dass raiden entspannend sei.

In TBC wurde das Raiden derartig auf die Spitze getrieben, dass fast zwangsläufig ein Gegentrend stattfinden mußte. Wenn ich auf jede Stunde Raid 30 Minuten farmen oder questen rechne (für Repkosten / Bufffood), dann bedeutet das für eine gehobene Gilde ca. 24 Stunden raiden (veranschlagt 4mal 6 Stunden) + 12 Stunden farmen. Das sind 36 Stunden WoW in der Woche, die direkt oder indirekt fürs Raiden drauf gehen – oder 4 Stunden weniger als eine normale Arbeitswoche. Wobei die Wohnung putzen und schlafen auch recht sinnvolle Beschäftigungen darstellen sollten. Ähnliches wird auch in einem Kommentar nur Muru-Nerv (woimmer der stehen mag) angedeutet, wenn ich ihn richtig interpretiert habe und nicht das gelesen habe, was ich lesen wollte).

Die Gefahr, dass das Spiel mit WotlK zu sehr casualisiert ist, ist natürlich schon da. Wobei sich die Raider immer zu beklagen scheinen, das die Gelegenheitsspieler alles hinterhergeschoben bekommen (Markenitems, Content) und die Casuals das gleiche von den Raidern denken (ich weiß noch, das der rachsüchtige Herold sehr lange verbuggt war, Blizz es aber wichtiger fand, Archimonde zu fixen.)

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