Was mich immer wieder erschüttert ist, wie WoW das komplette Leben einiger Menschen beherrscht. Daran ist WoW / Blizzard genau so wenig schuld, wie ein Revolver, wenn jemand tot umfällt, aber der Schaden ist trotzdem da.

Ich habe einen Nachhilfeschüler aus der Nachbarschaft, der auch sehr intensiv WoW spielt. Heute kam ein Anruf, ob er den unbedingt kommen müßte…als er dann kam, stellte sich raus, dass er im Versunkenen Tempel gewesen ist, was natürlich wichtiger ist, als wie man in der nächsten Englisch-Stunde klar kommt.
Dann kann er sich keine 45 Minuten von dem Spiel lösen, sondern stellt immer wieder Fragen, was für welche Klasse wichtig ist oder wie lange man für BRT braucht. Und ich schreibe nicht von einer Stunde, sondern von jeder – womit die (nicht vorhandene) vielgerühmte Medienkompetenz 12jähriger (Diskussion hier und hier) belegt sein dürfte.
Ich möchte nicht wissen, wieviele Leute ihre Pflichte (und z.B. Vokabellernen bei Schülern zähle ich dazu) wegen dem Spiel vernachlässigen und sich gedanklich gar nicht mehr lösen können. Ich werde nie sein entsetztes Gesicht vergessen, dass ich mal 2 Tage nicht gespielt habe – als wenn mir irgendetwas weglaufen würde.

Ich merke es bei mir, wobei meine Arbeit / Lernpensum flexibel gestalten kann und mich nur an Abgabetermine halten muß: An Tagen, an denen ich (länger) WoW spiele, fehlt mir empfindlich Zeit. Und wieviel schlimmer ist es bei Schülern, die in festen Zeiträumen leben? Hätten die Kids auch nur annähernd soviel Medienkometenz, wie ihnen bei Lunahexes Kommentaren bescheinigt wird, wie können sie dann (von den Eltern unbemerkt, da berufstätig) so tief in die Sucht rein fallen?

Gerade weil ich WoW kenne, würde ich, wenn ich Kinder hätte, ihnen ganz klar den Zugang verweigern.

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