Langsam nimmt das Blogsterben erstaunliche Züge an, vor allem konnte ich es nicht glauben, als ich heute erfuhr, dass ein Blog seine Pforten schließt, welches sich immer durch Spielbegeisterung – zumindest soweit ich es in Erinnerung hatte – seine Pforten schließt: Nimbert. Langsam glaube ich, das Geheimnis meiner Beständigkeit ist meine nicht gerade uberschäumende Begeisterung für WoW – ich bin relativ anspruchslos. Dennoch hat mich in dem Beitrag Es ist vorbei… einiges angesprochen, auf welches ich eingehen möchte.

Ständig neue Ausrüstung durchs Leveln, 5er Instanzen, Raids, etc. Nur wozu das Ganze? Nur damit es mit der nächsten Erweiterung wieder von vorn beginnt? Zwei Erweiterungen lang habe ich das mitgemacht, bei Cataclysm (der dritten Erweiterung) fragte ich mich vor ein paar Wochen jedoch: Warum mach ich das eigentlich?

Die große Sinnfrage überhaupt. Ich weiß noch, wie ich versuchte meiner Mutter WoW zu erklären: *Weißt du, man erwirbt Ausrüstung, damit man mit den anderen Leuten etwas unternehmen kann. Und dort bekommt man dann Ausrüstung, um wieder andere Unternehmungen machen zu können*. *Ab und zu bekommt man auch so Belohnungen, z.B. wenn man 100 Reittiere hat, bekommt man noch eins dazu*.

Ich hätte es lassen sollen, weil ich mich während des Erklärens gefragt habe was ich da eigentlich für einen Mist rede und spiele. Seitdem war ich weder in einer Ini, noch in einem Raid.

Da ist man man unter Umständen gerade in der glücklichen Lage ein komplettes T-Set zu besitzen, dann kommt auch schon das nächste Set.

Ich werde wahrscheinlich nie das aktuelle T-Set vollständig haben. Sicherlich wäre es einfacher, den 2er-Bonus zu haben, aber ich brauche ihn nicht.

Diese Spieler haben eigentlich nix mehr zu tun im Spiel nach erreichen von Level 85. Zumindest nix halbwegs Sinnvolles.

Ich hoffe, ich schaffe es noch, die alten neuen Gebiete durchzuquesten und die Piraten-Quest mit Elfie zu machen. Ansonsten buddel ich bei längeren Telefongesprächen und pflücke unterdessen Blümchen – mein WoW ist so langweilig, wie es sich liest.

Ok, ich könnte auch die täglichen Quests für die neuen Fraktionen machen…

Tägliche Quests finde ich aber mittlerweile ziemlich ermüdend, da macht man wirklich täglich zig Quests nur damit man am Ende einen ehrfürchtigen Ruf bei einer bestimmten Fraktion hat. Diesen Ruf benötigt man für bessere Ausrüstung, welche einem helfen soll, wiederum an noch besser Ausrüstung in den heroischen Instanzen bzw. Raids zu kommen. Da besorge ich mir also ein Ausrüstungsteil nur um es anschließend wieder zu ersetzten… wenn man das so liest klingt es sogar ziemlich hirnrissig, oder?

In Tol Barad gibt es inzwischen viele Quests, denen ich mich verweigere – der Friedhof (mit Ausnahme vom Boss) Geister / Orks / Piraten töten. und *Eine unfreundliche Stadt* . Mir sind die Quests einfach zu blöd und einen anderen Questhub habe ich nicht.

Die Geschichten aus Azeroth finde ich trotz allem noch faszinierend und ich bin froh und dankbar darüber, dass diese auch in Buchform erscheinen. Im Fall des Buches “Weltenbeben” bin ich so gar ganz besonders froh darüber gewesen, denn die in dem Buch erzählte Story wurde mir im Spiel bislang so nicht vermittelt. Da ist mit Patch 4.1. lediglich der Zugang zur alten Eisenschmiede aufgegangen und die ganze Spielerschaft wundert sich, was mit Magni Bronzebart passiert ist. Null Info darüber im Spiel. Nur gut, dass ICH das Buch gelesen habe, ansonsten würden mir die Geschehnisse rund um die Tauren, Thrall oder halt Magni fehlen.

Seit dem sehr zweifelhaften Genuss von Sturmgrimm, weigert sich irgendetwas in mir, noch ein WoW-Buch zu kaufen. Die Folge: So wirklich eine Ahnung, warum ich was tue, habe ich nicht. Andererseits hat man die Questtexte immer schon besser verstanden, wenn man die Bücher kannte.

Ich habe das Gefühl gewonnen, dass Blizzard seine Augenmerk nur noch auf den Endcontent bzw. auf die Raids legt und dabei den Rest vernachlässigt.

Das Gefühl habe ich bereits seit TBC: Die Raider sind wichtig, die anderen der dumme Rest.

Trotz, dass ich nun beinahe jeden Tag ins Spiel eingeloggt bin, hatte ich teilweise das Gefühl, dass ich die ganzen (beinahe) täglichen Änderungen nicht mehr verfolgen konnte. Ständig gab es Änderungen an den Klassen, Berufen oder Instanzen. Ich habe zum Schluss ja beinahe mehr Zeit damit verbracht mir diverse Patchnotes durch zu lesen als zu zocken. Es macht mir halt keinen Spaß mehr, wenn ständig an den Klassen herum geschraubt wird.

Wie ich vor ein paar Tagen schrieb: Beim Shadow bedeutet ein Schritt nach vorne, zwei Schritte nach hinten im nächsten Patch. Ich mag mich nicht an ständig wechselde Kampfkraft gewöhnen, ich will auch nicht ständig vom Mittelfeld auf die hinteren Plätze verwiesen werden, ohne dass ich es beeinflussen kann. Ich will mir auch nicht nach jeden Patch eine neue Rotation antrainieren – ich habe besseres zu tun, als vor einer Bosspuppe rumzuhopsen.

Ich bin es müde geworden ständig hinter neuer Ausrüstung, der perfekten Skillung oder der optimalen Spielweise her zu jagen. Ich möchte von einem Spiel in Zukunft einfach nur noch gut unterhalten werden. Eine tolle Geschichte erleben, ohne täglich die selben Dinge tun zum müssen. Nicht zig mal die selbe Quest machen oder Boss xy jede Woche umhauen in der Hoffnung auf ein bestimmtes Ausrüstungsteil.

Das lasse ich einfach so stehen, weil es auch mein Empfinden ist. Dass ich von jemanden immer genervt werde, ich müsse dies oder jenes tun, hat mir zudem schon lange den Spaß geraubt.

Man merkt aber wirklich, wie sehr alles nur noch auf den Endconten ausgerichtet ist. Gerade diese ganzen Ruf-Fraktionen, die man auch noch mit jedem Char hochziehen muß, weil jede Fraktion irgend einen Slot für jede Klasse bietet. Zum Vomieren! (und mit 4.2 geht es mit der Soße ja in den Feuerlanden weiter. Tagesquest, Questhub ausbauen, Ruf farmen. *würg*) Es scheint mir, daß sie alles, was an WotLK gut war, gestrichen haben und alles, was genervt hat, ausgebaut haben. Es wirkt auch alles so gewollt aber nicht gekonnt.

Kommentar

Genau das ist es. Alles was der Lichking an Freiheiten mit sich brachte, wurde mit Cata gestrichen: ich muss wieder mit jedem Char bei jeder Fraktion Ruf farmen, ich muss Hersteller dafür bezahlen, dass sie in Inis gehen (im Lichking konnte jeder würfeln), die Epics sind schwerer erreichbar, ich muss mich in SW aufhalten, weil nur dort die Quests starten und die Portale sind.

Ich habe in Cata nicht mehr das Gefühl zu spielen, sondern immer nur zu müssen.

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