Dieser Beitrag entstand aus einer Kombination aus dem Podcast Ist Spielen peinlich? und dem Forumthread Warum hat WOW so einen schlechten RUF im RL ? Wobei vor allem im Podcast sich meine Ansichten widerspiegeln.

Meine Antwort lautet schlicht: Ja.

wenn ich mal so derüber nachdenke, gerade über das, was Elfenmond gerade über mir geschrieben hat… ich sage auch niemandem, dass ich WoW spiele. Ich weiß nicht mal, warum nicht.

Ich empfinde es sogar als unangenehm, wenn meine Freunde mit mir darüber in der Öffentlichkeit sprechen. „Bitte nicht hier darüber reden“ kommt dann manchmal von mir. Ich weiß ganz genau, wie die Leute vielleicht darüber denken, die nie mit sowas in Berührung gekommen sind.

Das hat mehrere Gründe:

1.) Es gibt nun einmal Szenen, in denen gelten Computerspiele als so fein wie in der Nase popeln. Was durchaus seine nachvollziehbaren Gründe hat, wie ich später ausführen werde. Denn die Gamesbranche ist an dem schlechten Image alles andere als unschuldig.
Auf jeden Fall werden Computerspiele aus Distinktionsgründen abgelehnt. Ich bin zwar der Ansicht, dass es anspruchsvoller ist, ein Krimi-Adventure zu spielen als einen Krimi zu lesen, aber dies wissen diese Leute aus Unkenntnis nicht.

2.) Die Killerspiel – Diskussion hat der Branche in der uninformierten Öffentlichkeit sehr geschadet. Anscheindend gibt es für viele nur Counterstrike. (Nachtrag 9.5.: Hier kann man nachlesen, wie uninformiert de Leute sind, aber natürlich gegen Computerspiele. Call of Duty auf dem Handy – ich sage dazu lieber mal nichts.)

3.) Viel Schuld tragen die Spielefirmen und -magazine, sowie Vertriebsplattformen wie Steam. Selbst mich stoßen die meisten Gamesseiten und – magazine durch ihr Aufmachung massiv ab. Der Adventure – Treff und die Adventure – Corner sind die einzigen positiven Beispiele, welche ich kenne. Aber wenn ich die ganzen muskelbepackten Krieger und Dämonen auf den Startseiten und Covern sehe, dann habe ich keine Lust mehr weiterzulesen.
Und ich weiß, wie abstoßend die Hefte auf Nichtspieler wirken – wahrscheinlich noch abstoßender als auf mich. Und auf mich wirken sie schon so sozial akzeptabel wie ein Pornoheft.

Soviel zu Spielen allgemein.

4.) Wie jemand im Podcast allgemein sagte: *Mir ist nicht das Spiel an sich peinlich, sondern dass ich Teil einer Masse bin, von der ich nicht Teil sein möchte. Mir sind die anderen Spieler peinlich.* (Ab Minute 41)
Und genau ist mein Problem mit WoW: Ich bin Teil einer Masse, die ich eigentlich komplett ablehne.
Kann sein, dass ich oft einfach an die falschen Typen zusammengetroffen bin, mag sein, dass Omas von der Müllhalde ein Extrembeispiel dargestellt haben, aber auch so ist das Spiel derartig voll von unangenehmen Pack, dass es höchst anrüchtig ist, in deren Dunstkreis verortet zu werden.

Vier Beispiele aus Legion, wobei die Raider in inzwischen jahrzehntelanger Tradtion als das übelste Gesindel überhaupt darstellten.

1.) Beim Sternendeuter tönte einer ständig herum, im LfR wären nur Vollhonks. Als ich erwiderte, dann wäre er ja auch einer, war dann Ruhe.

2.) Vorletzer Besuch bei Guldan: Jemand machte mich darauf aufmerksam, dass ich öfteres einen Spell verwenden soll. Vollkommen in Ordnung, ich bin für solche Hinweise sogar dankbar. Aber dann meinten einige, über mich herziehen zu müssen, andere schlugen sich auch meine Seite und auf einmal tobte der reinste Flamewar. Keine Ahnung, wer überhaupt noch gekämpft hat.

3.) Elfie war an einer Bergbauquest dran, hatte einen Basilisken runtergehauen, als ein Pala kam und das Krokodil tötete. Elfie lootete nichts Böses ahnend, er lootete, baute das Kroko ab und lachte Elfie aus. Den Trick haben inzwischen einige probiert, aber da Elfie lernfähig ist, lootet sie nicht mehr, wenn jemand anderes daneben steht.

4.) Wenn man Forum eine andere Meinung vertritt, kann man recht schnell die ganze Asozalität kennenlernen, zu welcher die WoW – Communtity in der Lage ist. Nicht nur, dass ich ingame mehrmals angespukt wurde, es kamen persönliche Unterstellungen, was ich alles wäre, unsachliche Angriffe, wie die Charnamen usw.

Ich kann daher den Spruch aus dem Podcast wiederholen: *Mir ist nicht das Spiel an sich peinlich, sondern dass ich Teil einer Masse bin, von der ich nicht Teil sein möchte. Mir sind die anderen Spieler peinlich.* Denn der WoW Community habe ich, und wahrscheinlich sehr viele andere schon vor bestimmt 6,7 Jahren das Etikett *komplett asozial und nicht mal mit der Kneifzange anzufassen* angeheftet. Wenn mir jemand im RL sagt, dass er WoW spielt, dann denke ich automatisch: *Was ist das für eine Type, sei man ganz vorsichtig mit ihm und distanziert.* Da kann ich gar nichts dran machen. Und da ich nicht möchte, dass andere so schlecht über mich denken, erzähle ich niemanden, dass ich WoW spiele, es sei denn der Betreffende kennt mich gut und kann mich einschätzen.

Es könnte Prof. Dr. Dr. vor mir stehen, wenn er mir sagen würde, dass er WoW spielte, dann würde ich nur denken: *Was bist du denn für einer? Und bist du auch einer von denen, die sich chronisch schlecht benehmen?* Das Image von WoW ist selbst bei mir als WoW-Spielerin so schlecht, dass ich vor einem anderen Spieler keine richtige Achtung mehr haben kann.

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